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Risikoindikation:-28-Punkte-Checkliste

Risikoindikation: 28-Punkte-Checkliste

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Die Risikoindikation gewinnt in einem stetig komplexer werdenden Geschäftsumfeld zunehmend an Bedeutung. Geeignete «Risikomanagement-Systeme» sollen den permanent bewussten und latenten Risiken begegnen. Die Identifikation von Risiken stellt einen ersten Schritt dar, um geeignete Massnahmen treffen zu können. Mit dieser Arbeitsprobe in Form einer 28 Punkte Checkliste verschaffen Sie sich einen raschen Einblick in Faktoren, die auf Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Rechnungslegung hinweisen können.

Faktoren, die auf Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Rechnungslegung hinweisen können

Die nachfolgende Aufzählung enthält Beispiele für Gegebenheiten und Ereignisse, die auf das Bestehen von Risiken wesentlicher falscher Angaben hinweisen können. Die genannten Beispiele decken eine Vielzahl von Gegebenheiten und Ereignissen ab; es sind jedoch nicht alle Gegebenheiten und Ereignisse im spezifischen Falle von Bedeutung und die Aufzählung ist nicht abschliessend.
  1. Geschäftstätigkeiten in wirtschaftlich instabilen Regionen, z.B. in Ländern, die eine hohe Inflationsrate aufweisen oder deren Währung deutlich abgewertet wurde.
  2. Tätigkeit auf volatilen Märkten, z.B. Terminhandel.
  3. Hoher Grad an komplexen Regulierungen.
  4. Probleme hinsichtlich der Unternehmensfortführung (Going Concern) und Liquidität einschliesslich des Verlusts bedeutender Kunden.
  5. Eingeschränkte Verfügbarkeit von Eigen- und Fremdkapital.
  6. Veränderungen in der Branche, in welcher das Unternehmen tätig ist.
  7. Veränderungen in der Lieferkette (Supply chain).
  8. Entwicklung oder Angebot neuer Produkte oder Dienstleistungen oder Eintritt in neue Geschäftsbranchen.
  9. Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf neue Standorte.
  10. Veränderungen der Unternehmen wie umfangreiche Akquisitionen, Umstrukturierungen oder sonstige ungewöhnliche Ereignisse.
  11. Wahrscheinlicher Verkauf von Unternehmen oder Geschäftsbereichen.
  12. Komplexe Allianzen und Joint Ventures.
  13. Nicht bilanzwirksame Finanzierung, Nutzung von Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities) und Bestehen anderer komplexer Finanzierungsvereinbarungen.
  14. Bedeutende Transaktionen mit nahe stehenden Personen und Unternehmen.
  15. Mangel an Personal mit angemessenen Kenntnissen im Bereich der Buchhaltung bzw. der Rechnungslegung.
  16. Fluktuation bei Mitarbeitern in wichtigen Positionen, darunter Ausscheiden von wichtigen Managern.
  17. Schwachstellen im internen Kontrollsystem (IKS), insbesondere wenn von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung und anderen Führungskräften keine Massnahmen zu ihrer Behebung getroffen werden.
  18. Inkonsistenzen zwischen IT-Strategie und den Geschäftsstrategien der Unternehmen.
  19. Veränderungen im informationstechnologischen Umfeld.
  20. Einrichtung umfangreicher neuer IT-Systeme für die Rechnungslegung.
  21. Untersuchungen der Geschäftstätigkeit oder Finanzergebnisse der Unternehmen durch Aufsichts- oder Regierungsbehörden.
  22. Falsche Angaben oder Fehler in der Vergangenheit oder Korrekturbuchungen in wesentlicher Höhe am Bilanzstichtag.
  23. Bedeutender Umfang von nicht routinemässigen oder nicht planmässigen Transaktionen, inklusiv konzerninterner Geschäftsvorfälle sowie Transaktionen mit erheblichen Umsatzauswirkungen am Bilanzstichtag.
  24. Transaktionen, für deren Aufzeichnung (in der Buchhaltung) die Absicht der gesetzlichen Vertreter und anderer Führungskräfte massgebliches Kriterium ist, z.B. Refinanzierung von Schulden, zur Veräusserung vorgesehene Vermögensgegenstände und Klassifizierung börsenkotierter Wertschriften.
  25. Anwendung neuer Standards zur Rechnungslegung.
  26. Bewertungsvorgänge in der Rechnungslegung, bei denen komplexe Verfahren angewandt werden.
  27. Ereignisse oder Transaktionen, die bedeutende Bewertungsunsicherheiten beinhalten, z.B. aufgrund der Verwendung von Schätzungen.
  28. Pendente Rechtsstreitigkeiten und Eventualverbindlichkeiten, z.B. Garantien für Produkte, Finanzgarantien und Sanierungsmassnahmen im Umweltbereich.

Quelle: In Anlehnung an International Auditing Standard [ISA] 315 «Understanding the Entity and It's Environment and Assessing the Risks of Material Misstatement», in: IFAC Handbook of International Auditing, New York.

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