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Joint Ventures - Ein Begriff, viele Erscheinungsformen

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Der Abschluss von Joint Ventures ist eine rechtlich sehr komplexe, aber auch vielseitige und flexible Form der unternehmerischen Zusammenarbeit. Dabei werden normalerweise mehrere Verträge abgeschlossen, die sich zu einem Joint Venture-Gesamtvertragswerk zusammenfügen. Die Problemkonstellationen bei Joint Ventures sind häufig sehr individuell und in vielen Fällen sind die Verträge nicht ohne weiteres einzuordnen. Hier fassen wir für Sie die typischen Merkmale eines Joint Ventures zusammen.

Begriff und rechtliche Struktur

In begrifflicher Hinsicht können als Joint Ventures ganz allgemein alle Formen kooperativer Arrangements zwischen zwei oder mehr selbständigen Unternehmen bezeichnet werden, die zur Gründung einer dritten; organisatorisch von ihren ‹Eltern› losgelösten Einheit führen. Manche Autoren erachten ausserdem das Element der Internationalität für begriffsnotwendig. Häufig ist Joint Venture verbunden mit einer Kapitalübertragung oder einer Neugründung eines Unternehmens. Joint Ventures sind sehr komplizierte rechtliche Gebilde, die individuell ausgearbeitet werden müssen. Der Zuzug spezialisierter Juristen zur Vorbereitung und Ausarbeitung eines Joint Ventures ist zwingend.

Was soll mit Joint Ventures erreicht werden?

Die Motive und unternehmerischen Zielsetzungen, die in der Praxis zur Errichtung eines Joint Ventures führen, spiegeln die ganze Breite unternehmerischer Problemstellungen wieder. Als Motive für die Gründung von Joint Ventures werden insbesondere interne Beweggründe, wettwebersbezogene oder auch strategische Ziele genannt (Vgl. dazu Übersicht aus Büchel/Prange/Probst/Rühling, International Joint Venture Management, S. 17).

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Erscheinungsformen von Joint Ventures

Es ist nicht leicht, im bunten Bild der Joint Venture-Praxis einzelne homogene Konstellationen auszumachen und typologisch voneinander abzugrenzen. Immerhin sei hier erwähnt die Abgrenzung nach dem Kooperationsgegenstand bzw. den betrieblichen Funktionen des Gemeinschaftsunternehmens: Unterscheiden kann man nämlich zwischen
  • beschaffungs- und absatzorientiertem Joint Venture oder
  • Forschungs- und Entwicklungs-Joint Venture,
  • Produktions- und
  • Vertriebs-Joint Venture.

Typische vertragliche Entwicklungsstufen eines Joint Ventures

  • Häufig schliessen die Gesellschaften einen Vorvertrag ab, mit dem sie ihre wirtschaftlichen, technischen und kaufmännischen Kooperationsziele allgemein festlegen und der zur Vorbereitung des späteren Gesellschaftsvertrages dient.
  • Wenn die vorvertraglichen Beziehungen funktionieren, schliessen die Parteien regelmässig den so genannten Basisvertrag ab, auch Vorgründungs-, Grundlagen-, Lenkungsvertrag oder englisch Joint Venture-Agreement oder Basic Agreement genannt.
  • Für die Verwirklichung des gemeinsamen Projekts ist in den meisten Fällen auch noch eine Reihe von Durchführungsverträgen notwendig.

Quelle: Auszugsweise Wiedergabe eines Beitrages zum Joint Venture-Vertrag, erschienen bei WEKA AktienrechtPraxis Online.

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